{"id":71,"date":"2017-04-25T17:38:54","date_gmt":"2017-04-25T17:38:54","guid":{"rendered":"http:\/\/christiankoehn.de\/?p=71"},"modified":"2018-12-22T10:02:08","modified_gmt":"2018-12-22T08:02:08","slug":"antonin-dvorak-zehn-legenden-fuer-klavier-zu-vier-haenden-op-59","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christiankoehn.de\/?p=71","title":{"rendered":"Antonin Dvorak, Zehn Legenden f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden, op. 59"},"content":{"rendered":"<p>Schon w\u00e4hrend der Arbeit an der sechsten Symphonie D-Dur, op. 60 besch\u00e4ftigte sich Antonin Dvorak mit dem Gedanken, einen Zyklus kleinerer St\u00fccke f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden mit dem Titel &#8222;Legenden&#8220; zu schreiben. <!--more-->Seinem Verleger Fritz Simrock k\u00fcndigte er am 15. Oktober 1880 das neue Werk optimistisch f\u00fcr den n\u00e4chsten Monat an, begann dann aber doch erst vier Monate sp\u00e4ter mit der Komposition. Am 22. M\u00e4rz 1881 vollendete er das Werk, welches bereits im Sommer desselben Jahres bei Simrock erschien. Wie auch seine <i>Slawischen T\u00e4nze<\/i> orchestrierte Dvorak die <i>Legenden <\/i>nachtr\u00e4glich.<\/p>\n<p>Wie schon der Titel andeutet, sind die <i>Legenden <\/i>im Vergleich zu den <i>Slawischen T\u00e4nzen<\/i> im Charakter \u00fcberwiegend weicher und lyrischer, im Tonfall erz\u00e4hlerischer und in der Form teilweise freier. Gemeinsam ist den Zyklen die Verwendung volkst\u00fcmlicher, eing\u00e4ngiger Themen, die aber im Fall der Legenden oft wesentlich freier und weiter ausentwickelt werden. An manchen Stellen (z.B. am Ende der zweiten Legende, bei der pl\u00f6tzlichen R\u00fcckung von C-Dur nach Fis-Dur am Ende der vierten und bei der Temposteigerung nach dem Beginn der zehnten Legende) geht Dvorak vor allem harmonisch geradezu experimentelle Wege, was in einem kunstvollen und \u00fcberraschenden Kontrast zu den \u00fcberwiegend einfachen Themen steht. Manche Legenden erinnern trotz der beschriebenen Unterschiede im Duktus an die <i>Slawischen T\u00e4nze<\/i>, vor allem Nr. 3, 6 und 7, w\u00e4hrend Nr. 9 eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit Johannes Brahms&#8216; 18. Ungarischen Tanz aufweist. In der sechsten Legende zitiert Dvorak ein Thema aus dem langsamen Satz seiner dritten Symphonie. Insgesamt ist der rund vierzig Minuten dauernde Zyklus voller poetischer und \u00fcberraschender Einf\u00e4lle, die im Spannungsfeld zwischen freier, fantasievoller Erz\u00e4hlung und struktureller Konsequenz gro\u00dfartig entwickelt werden.<\/p>\n<h2>Aufnahmeempfehlungen:<\/h2>\n<p>In der originalen vierh\u00e4ndigen Fassung erlaube ich mir, die Aunahme mit Silke-Thora Matthies und mir zu nennen, in der Orchesterfassung empfehle ich die Einspielung von Rafael Kubelik:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon w\u00e4hrend der Arbeit an der sechsten Symphonie D-Dur, op. 60 besch\u00e4ftigte sich Antonin Dvorak mit dem Gedanken, einen Zyklus kleinerer St\u00fccke f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden mit dem Titel &#8222;Legenden&#8220; zu schreiben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-71","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-werkbesprechungen"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=71"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":465,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71\/revisions\/465"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=71"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=71"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=71"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}