{"id":495,"date":"2019-01-12T17:08:58","date_gmt":"2019-01-12T15:08:58","guid":{"rendered":"http:\/\/christiankoehn.de\/?p=495"},"modified":"2020-04-14T15:54:15","modified_gmt":"2020-04-14T13:54:15","slug":"john-ireland-1879-1962","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christiankoehn.de\/?p=495","title":{"rendered":"John Ireland (1879-1962)"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Von Peter Westendorf<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"220\" height=\"292\" src=\"https:\/\/christiankoehn.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/John-Ireland.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-496\"\/><\/figure>\n\n\n<p><strong>John Ireland<\/strong> wurde\u00a0 1879 in\u00a0 Bowdon,\u00a0 Cheshire\u00a0 geboren, ungef\u00e4hr\u00a0 16\u00a0 km\u00a0 von\u00a0 Manchester entfernt.\u00a0 Er\u00a0 war\u00a0 das\u00a0 f\u00fcnfte\u00a0 und\u00a0 letzte\u00a0 Kind seiner Eltern. <!--more-->Sein Vater war bei Johns Geburt bereits 70 Jahre alt, seine Mutter 40, und sie starb 1893, als John 14 Jahre alt war. Sein Vater folgte ein Jahr darauf. Irelands Eltern waren ein unter Intellektuellen bekanntes Paar. Sein\u00a0 Vater,\u00a0 Alexander\u00a0 Ireland,\u00a0 leitete\u00a0 den Manchester Examiner,\u00a0 die\u00a0 Konkurrenzzeitung\u00a0 zum Manchester Guardian, dem sie letztlich unterlag. Beide Eltern waren Schriftsteller und ver\u00f6ffentlichten unter anderem B\u00fccher \u00fcber das Ehepaar Carlyle, Thomas Carlyle und Jane Welsh, die sie pers\u00f6nlich kannten.<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ireland hatte eine \u00fcberwiegend ungl\u00fcckliche Kindheit, denn er wurde&nbsp; von&nbsp; seinen&nbsp; \u00e4lteren&nbsp; Geschwistern&nbsp; schikaniert. Allerdings f\u00fchrten ihn die Musikalit\u00e4t seiner Mutter und das&nbsp; Klavierspiel&nbsp; seiner&nbsp; Schwestern&nbsp; zur&nbsp; Musik.&nbsp; Im September&nbsp; 1893&nbsp; trat&nbsp; er&nbsp; in das Royal&nbsp; College&nbsp; of&nbsp; Music&nbsp; ein, und&nbsp; folgte&nbsp; damit&nbsp; seiner&nbsp; Schwester&nbsp; Ethel&nbsp; nach&nbsp; London, die bereits seit&nbsp; 1891 dort studierte. Einer seiner Lehrer dort war Charles-Villiers Stanford, der f\u00fcr seine gelegentlich r\u00fcden Unterrichtsmethoden gef\u00fcrchtet war. Dem sensiblen Charakter von Ireland muss das arg zugesetzt haben, aber er hat sich sp\u00e4ter dennoch stets lobend \u00fcber seinen Lehrer ge\u00e4u\u00dfert. Unmittelbar nach Johns Studienantritt starb jedoch seine Mutter, und sein Leben begann sich auf London zu konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ireland&nbsp; verblieb&nbsp; bis&nbsp; 1901&nbsp; am&nbsp; RCM, und kehrte sp\u00e4ter von 1923-1939 als Kompositionslehrer dorthin zur\u00fcck. Seine Sch\u00fcler waren u.a. Benjamin Britten, Alan Bush oder Ernest John Moeran. Als Unterhalt erhielt er eine knapp berechnete Beihilfe, die ihm sein Vormund bis zu seiner&nbsp; Vollj\u00e4hrigkeit&nbsp; auszahlte.&nbsp; Um seine Eink\u00fcnfte aufzubessern arbeitete&nbsp; Ireland&nbsp; aber&nbsp; auch&nbsp; als freischaffender&nbsp; Musiker, und verdiente sich als&nbsp; Kirchenorganist,&nbsp; Lehrer&nbsp; und&nbsp; Begleiter&nbsp; etwas dazu.&nbsp; Von 1904 \u2013 1926 war er \u00fcberdies als Chorleiter an der St. Lukes Church in Chelsea angestellt. In seinem dortigen Domizil \u201eGunters Grove\u201c hatte er eine f\u00fcr ihn sehr wichtige Ruhezone, wo er sich mit seinen Freunden traf, denn Freundschaften waren f\u00fcr ihn etwas sehr wichtiges.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1927 heiratete er eine wesentlich j\u00fcngere Sch\u00fclerin, aber diese Ehe war (wie \u00fcbrigens auch bei Tchaikovsky) ein komplettes Desaster, und sie wurde nach sehr kurzer Dauer annulliert. Eine wesentliche R\u00fcckzugszone waren f\u00fcr Ireland auch die Kanalinseln, die er immer wieder besucht hat. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irland war stark von der englischen Poesie beeinflusst. Seine Vertonungen von A. E. Housman, Thomas Hardy, Christina Rossetti, John Masefield und Rupert Brooke geh\u00f6ren zu den bekanntesten seiner Werke. Auch die Musik aus Irland geh\u00f6rte zu seinen Vorlieben, und sie hat auch seinen pers\u00f6nlichen Stil mit gepr\u00e4gt. Er liebte vor allem die englische Grafschaft Sussex, eine Landschaft mit sanften T\u00e4lern und (zu Irelands Zeit) isolierten D\u00f6rfern, wie z.B. Amberley mit seinen wilden B\u00e4chen, das ihm als Inspiration f\u00fcr eines seiner brillantesten Klavierst\u00fccke als Vorbild diente (Amberley Wild Brooks aus den \u201eTwo Pieces von 1922). 1953 zog Irland in eine umgebaute Windm\u00fchle in Rock Mill (s. Foto), wo er auch am 12. Juni 1962 verstarb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die letzten Jahre im Leben von John Ireland waren wohl, trotz seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes, seine gl\u00fccklichsten. Er hatte sich jedoch vom Komponieren zur\u00fcckgezogen, was ihm unter anderem auch die zunehmende Popularit\u00e4t seiner Werke erm\u00f6glichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irlands Musik wird der Schule des sog. &#8222;Englischen Impressionismus&#8220; zugerechnet. &nbsp;Er wurde in den 1920er und 30er Jahren&nbsp; durch die Musik von Debussy, Ravel und die fr\u00fchen Werke von Strawinsky und Bart\u00f3k beeinflusst. W\u00e4hrend bei vielen seiner Zeitgenossen wie Vaughan Williams oder Holst die musikalische Sprache stark vom englischen Volkslied gepr\u00e4gt war, entwickelt Irland einen komplexeren harmonischen Stil, der sich mehr den franz\u00f6sischen und russischen Modellen ann\u00e4hert. Wie Faur\u00e9 bevorzugt er intime Formen der Kammermusik, des Gesangs und der Klaviermusik, und weniger gr\u00f6\u00dfere Orchester- und Chorwerke. Er schrieb weder Symphonien (im Gegensatz z.B. zu seinem Freund Arnold Bax, der 7 davon schrieb) noch Opern, aber zahlreiche Chorwerke. Sein Klavierkonzert hingegen ist wohl eines der besten aus der Feder eines Engl\u00e4nders und wurde durch die Freundschaft zu seiner Sch\u00fclerin Helen Perkin inspiriert. Es ist ein Werk intensiver Gef\u00fchle und mit einer fast nostalgischen Atmosph\u00e4re. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Klavierwerke nach\nKompositionsdatum (ohne Bearbeitungen eigener Werke):<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>1895 Pastoral<\/li><li>1895 In those days: Daydream, Meridian<\/li><li>1900 &nbsp;Sea Idyll<\/li><li>1912 Decorations: The Island Spell, Moon-Glade, The Scarlet Ceremonies<\/li><li>1913 The Almond Tree<\/li><li>1913 Three Dances: Gipsy dance, Country dance, Reaper&#8217;s dance<\/li><li>1913\u20131915 Four Preludes: The Undertone, Obsession, The Holy Boy, Fire of Spring<\/li><li>1915 Rhapsody<\/li><li>1917\u20131920 London Pieces: Chelsea Reach, Ragamuffin, Soho forenoons<\/li><li>1918 Leaves from a Child&#8217;s Sketchbook: By the mere, In the meadow, The hunt&#8217;s up<\/li><li>1918 Merry Andrew<\/li><li>1918 The Towing Path<\/li><li>1918\u20131920 Sonata (in E minor-major)<\/li><li>1919 Summer Evening<\/li><li>1921 The Darkened Valley<\/li><li>1921 Two Pieces: For Remembrance, Amberley Wild Brooks<\/li><li>1922 On a birthday morning<\/li><li>1922 Equinox<\/li><li>1922 Soliloquy<\/li><li>1924 Prelude in E flat major<\/li><li>1924\u20131925 Two Pieces: April, Bergomask<\/li><li>1926\u20131927 Sonatina<\/li><li>1927 Spring will not wait<\/li><li>1929 Ballade<\/li><li>1929\u20131930 Two Pieces: February&#8217;s Child, Aubade<\/li><li>1933 Month&#8217;s Mind<\/li><li>1937 Green Ways, three Lyric Pieces: The Cherry Tree, Cypress, The Palm and May<\/li><li>1940\u20131941 Sarnia: An Island Sequence: Le Catioroc, In an May Morning, Song of the Springtides<\/li><li>1941 Three Pastels: A Grecian Lad, The Boy Bishop, Puck&#8217;s Birthday 1949 Columbine <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn \u00fcberhaupt, so d\u00fcrfte Ireland bei Pianisten als jemand bekannt sein, der eine F\u00fclle von k\u00fcrzeren Genrest\u00fccken, meist mit programmatischen Titeln&nbsp; verfasst hat. Jedoch wurden viele Einzelst\u00fccke oft nachtr\u00e4glich zu Gruppen zusammengefasst, die neben einem thematischen Bezug (z.B.\u201c Sea Idyls\u201c oder \u201eDecorations\u201c) h\u00e4ufig auch einen literarischen Bezug aufweisen. Gemeinsam ist den meisten St\u00fccken jedoch ein meist lyrischer Grundton, und eine naturnahe Stimmung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einzeldarstellungen <\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sonate f\u00fcr Klavier<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Die Sonate entstand zwischen 1918 und 1920 und ist wohl das ambitionierteste und auch l\u00e4ngste Klavierwerk von Ireland. Der erste Satz steht in der Grundtonart e-Moll und nutzt kurze Motive und kontrastierende Themen, die dann im weiteren Verlauf subtil miteinander verwoben werden. Der zweite und um einiges l\u00e4ngere Satz wechselt seine Stimmung zwischen kontemplativ und leicht bewegt. Auch hier ist die Nutzung m\u00e4chtiger Akkorde und Oktavverdoppelungen ein auff\u00e4lliges Stilmerkmal. Der dritte Satz beginnt in gem\u00e4\u00dfigtem Tempo, belebt sich dann etwas und m\u00fcndet in eine Art Hymnus im dreifachen Forte. Nach einem eher ruhigen Zwischenspiel wird der musikalische Fluss wieder etwas bewegter und es entspinnt sich eine Melodie im Diskant \u00fcber wogenden Sechzehnteln. Es folgt ein t\u00e4nzerisches Thema mit scharf abgesto\u00dfenen Akkorden und einer markanten Melodie. Im weiteren Verlauf wird das Anfangsmotiv (h-gis-h) wieder aufgenommen und verarbeitet, und dann zu einem triumphalen Schluss gef\u00fchrt. Die eigentliche Grundtonart ist e-Moll, aber sie kommt nur recht selten vor. Auff\u00e4llig sind zudem die zahlreichen Sekunden in den teils m\u00e4chtigen Akkorden.  <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Two pieces (1921)<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eFor Remembrance\u201c <\/em>Ein stark chromatisch gef\u00e4rbtes St\u00fcck mit ausgesprochen melancholischem Grundton. Es klingt ein Motiv aus Parsifal an, welches m\u00f6glicherweise auf einen Besuch des Musikdramas zur\u00fcckgeht, oder zuf\u00e4llig in das St\u00fcck geraten ist.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eAmberley Wild Brooks\u201c<\/em>&nbsp; Amberley liegt in der Grafschaft Sussex, die Ireland besonders liebte, und wo er auch seine letzte Ruhe fand. Die wilden und urspr\u00fcnglichen B\u00e4che dort m\u00fcssen es ihm angetan haben, und inspirierten ihn zu einem St\u00fcck in leicht flie\u00dfender Bewegung, mit einem stetigen Wechsel der Harmonien. Man h\u00f6rt hier den Einfluss Debussys recht deutlich, aber es ist weit entfernt von einem Plagiat. Irelands pers\u00f6nliche Handschrift ist stets zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sarnia<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sarnia ist der r\u00f6mische Name f\u00fcr Guernsey, eine Insel im \u00c4rmelkanal auf der Ireland als bereits 60-J\u00e4hriger eine f\u00fcr ihn unvergessliche Zeit verbracht hat. Er kannte die Inseln schon seit etwa 1900, da er auf Jersey zeitweilig als Chorleiter t\u00e4tig war. Der \u00e4u\u00dfere Anlass dort zu leben waren die kriegerischen Handlungen zu der Zeit, denen er zusammen mit seinem Freund und sp\u00e4teren Biografen John Longmire zu entkommen suchte, hatte er doch bereits die Schrecken des ersten Weltkrieges erfahren d\u00fcrfen. Die einzelnen St\u00fccke versuchen seine Stimmungen auf der Insel einzufangen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> \u201e<em>Le Catioroc\u201c<\/em> evoziert die Begegnung mit einem keltischen Steingrab, und ist dreiteilig angelegt. Im ersten Teil \u00fcberwiegt ein schreitender Rhythmus, \u00fcber dem sich Koloraturen bewegen. Hier wird die Einsamkeit des Ortes beschworen. Im Mittelteil, einer Art Hexensabbat wird das Tempo schneller, und ein punktierter Rhythmus f\u00fchrt zu einer Klimax, die sich dann aber wieder beruhigt. Danach wird der Anfangsteil wieder aufgenommen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eIn a May Morning\u201c<\/em> wird durch ein wundervolles Liedthema eine gel\u00f6ste Stimmung im May beschworen. Besonders apart sind die harmonischen Ver\u00e4nderungen, die fast schon an Kompositionen von Cole Porter oder Irving Berlin erinnern. Man meint die Sonne scheinen zu sehen. Der Mittelteil kn\u00fcpft wieder deutlich an die Vorbilder des musikalischen Impressionismus aus Frankreich an. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eSong of the springtides\u201c<\/em> ist eine Studie vom Ufer des Meeres, mit sanft bewegten Wellen, aber auch aufspringender Gischt, und sich an Felsen brechenden Wellen. Hier wird die Stimmung an einem milden Fr\u00fchlingstag eingefangen, und die Komposition datiert auch vom M\u00e4rz 1941. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Four Preludes<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Preludes wurden zu Beginn des ersten Weltkrieges komponiert, sind aber in einem eher unbeschwerten Tonfall geschrieben. \u201eThe Undertone\u201c basiert auf einem Ostinato aus 10 T\u00f6nen und wurde im ungew\u00f6hnlichen 5\/8 Takt notiert. \u201eObsession\u201c (im Original \u201eMandrake\u201c) ist ein sehr bewegtes St\u00fcck und nicht eben eing\u00e4ngig. Es wirkt eher sperrig. \u201eThe holy Boy\u201c z\u00e4hlt zu einer der Melodien, die Ireland h\u00e4ufiger benutzt hat. Vom Duktus \u00e4hnelt es etwas seiner Liedvertonung von \u201eSea fever\u201c. Die Melodie ist gleichwohl sehr einpr\u00e4gsam, und man wird sie nach mehrmaligem anh\u00f6ren nicht wieder los. \u201eThe fire of Spring\u201c ist ein kurzes und sehr leidenschaftliches St\u00fcck mit fast bukolischem Charakter.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Two Pieces (1924-25)<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u201eApril\u201c<\/em> ist nach einem bei Ireland h\u00e4ufig anzutreffenden Schema aufgebaut: einem ruhigen Er\u00f6ffnungsteil folgt eine bewegtere Passage, die einem H\u00f6hepunkt zustrebt, um dann wieder zum Ausgangspunkt zur\u00fcckzukehren, wie die Sonne, die nach einem heftigen Aprilschauer wieder scheint. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Bergomask<\/em>\u201c erinnert nicht nur im Titel an den ersten Satz der \u201eSuite Bergamasque\u201c von Claude Debussy. Es ist in einem unbeschwerten Tanzrhytmus verfasst.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Decorations<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese drei St\u00fccke wurden w\u00e4hrend\nAufenthalten auf den von Ireland bevorzugten Kanalinseln geschrieben, und ihnen\nist jeweils ein Ausschnitt aus Gedichten von Arthur Symons vorangestellt, die\nso wundersch\u00f6n sind, dass ich sie hier gerne zitieren m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;<strong> <\/strong><em>\u201eThe Island spell\u201c<\/em> von 1912 k\u00f6nnte man als ein typisch impressionistisches St\u00fcck bezeichnen. \u00dcber einer Stimme im Diskant, die wie Gl\u00f6ckchen (like chiming) klingen sollen, wird im Bass eine gleichf\u00f6rmige Figur ausgef\u00fchrt. Der sanft flie\u00dfende Charakter der Musik (Ireland schreibt \u201ein a clear delicate sonority\u201c) wird im Mittelteil durch eine bewegte pentatonische Passage aufgelockert. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eI would wash the dust of the world in a soft green flood,<\/em><\/p><p><em>Here, between sea and sea in the fairy wood,<\/em><\/p><p><em>I have found a delicate, wave green solitude\u201d<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;\u201cMoon glade\u201d ist ein tr\u00e4umerisches St\u00fcck, welches fortw\u00e4hrend harmonische Ver\u00e4nderungen erf\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eWhy are you so sorrowful in Dreams?<\/em><\/p><p><em>I am sad in the night\u201d<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u201cThe Scarlet Ceremonies\u201d ist ein wild bewegtes St\u00fcck in glei\u00dfendem Licht und mit chromatischen Tremoli sowie auf- und abwogenden Skalen. Es verlangt dem Pianisten einiges an Viruosit\u00e4t ab, was bei Ireland eher selten der Fall ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ballade<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Dies ist ein d\u00fcsteres St\u00fcck, welches in einer Phase emotionaler Niedergeschlagenheit entstand, als Irelands Ehe mit einer 30 Jahre j\u00fcngeren Studentin sich zu einem Desaster entwickelte. Es herrscht ein fast permanent bedrohlicher Unterton. Das St\u00fcck wird von einem ostinaten Triolenmotiv (d-cis-e bzw. darauf beruhenden Abwandlungen) durchzogen. Chromatik und Dissonanzen sind ein ebenfalls charakteristisches Stilmittel. Trotz aller D\u00fcsternis endet das St\u00fcck jedoch mit einem triumphalen Aufschwung. Vielleich der Ausdruck einer \u00fcberstandenen Krise? <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Diskografie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irleland\u2019s Klaviermusik ist recht\numfangreich auf Tontr\u00e4gern dokumentiert, und es gibt 4 mehr oder weniger\nvollst\u00e4ndige Gesamteinspielungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>John Lenehan, Naxos<\/li><li>Eric Parkin, Chandos<\/li><li>Alan Rowlands, Lyrita<\/li><li>Mark Bebbington, Somm<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diejenige mit Mark Bebbington\nenth\u00e4lt alle Werke einschlie\u00dflich einiger Bearbeitungen. Auch vom\nKlavierkonzert gibt es eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Aufnahmen. Zu empfehlen w\u00e4ren\nhier jene mit Piers Lane und dem Ulster Orchestra unter David Lloyd-Jones auf\nHyperion, sowie jene mit Eric Parkin und dem London Philharmonic Orchestra\nunter Bryden Thompson auf Chandos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Peter Westendorf John Ireland wurde\u00a0 1879 in\u00a0 Bowdon,\u00a0 Cheshire\u00a0 geboren, ungef\u00e4hr\u00a0 16\u00a0 km\u00a0 von\u00a0 Manchester entfernt.\u00a0 Er\u00a0 war\u00a0 das\u00a0 f\u00fcnfte\u00a0 und\u00a0 letzte\u00a0 Kind seiner Eltern.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[15,13],"tags":[],"class_list":["post-495","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-klaviermusik-in-grossbritannien","category-gastebeitraege"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=495"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":524,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/495\/revisions\/524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christiankoehn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}